Lecce
|
Lecce ist Barock in Reinkultur. Seine Spuren durchziehen die gesamte Innenstadt mit ihren Kirchen, Plätzen und Palazzi: von kleinen Putten an Kirchenfassaden über apotropäische Masken an historischen Wohnhäusern bis hin zu Akanthusblättern rings um mächtige Säulen. Die Basilica di Santa Croce, an der 3 Baumeister insgesamt mehr als 300 Jahre lang arbeiteten, ist mit Hunderten von Symbolen und mythologischen Figuren ein herausragendes Beispiel der in Lecce ausgereiften barocken Spielart. Daneben befindet sich der etwa um die Mitte des 16. Jahrhunderts erbaute, imposante Palazzo dei Celestini, in dem heute die Provinzverwaltung und die Präfektur untergebracht sind, während nur einen Steinwurf entfernt der Platz Piazza S. Oronzo zum Verweilen einlädt: Er wird beherrscht von einer 1660 aufgestellten, wuchtigen Säule; von den Überresten des Amphitheaters sowie von einem als Sedile bezeichneten Prunkbau aus dem Jahr 1592. Die Kirchen der Stadt sind ebenso zahlreich wie sehenswert: Besonders eindrucksvoll ist die barocke Kirche Chiesa di San Matteo in der Via de Perroni mit ihrer unten konvex und oben konkav gestalteten Fassade; eine achteckige Form hat dagegen die Kirche Chiesa di Santa Chiara, während die Chiesa di Santa Irene (1591-1639) am Portal zwei erlesene korinthische Säulen aufweist und die Kirche Chiesa del Rosario im Jahr 1691 nach einem Entwurf von Giuseppe Zimbalo erbaut wurde. Einen Besuch wert ist auch die Burg der Stadt, das Castello Carlo V, wo heute zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden, außerdem das historische Teatro Paisiello (1870), die drei einstigen Stadttore (Porta Rudiae, Porta Napoli, Porta San Biagio) und der wunderschöne Domplatz. Letzterer ist gewissermaßen die gute Stube der Einheimischen, eine beeindruckende Fläche, an die die Kathedrale, der Bischofspalast, der heute das Diözesanmuseum beherbergende Seminarpalast aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert und der barocke Glockenturm angrenzen. |
|
|
|